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Forschung

Unsere Forschungsgebiete sind breit gefächert. Sie umfassen folgende Bereiche:

  •         Finanzforschung
  •         Marktforschung
  •         Gesundheitsforschung
  •         Neuroökonomie
  •         Konsumforschung
  •         Nachhaltigkeit
  •         Verhaltensökonomie
  •         Methodik und Statistik

Die wissenschaftliche Arbeit unseres Teams basiert auf der Nutzung empirischer, experimenteller und quantitativer Methoden. Durch die verschiedenen Forschungsfelder arbeitet das Team interdisziplinär und adressiert vielfältige Forschungsfragen. Hier ist ein Auszug einiger Forschungsfragen, die im Fokus unserer Forschung stehen:

  •        Welche ökonomischen Auswirkungen haben psychische Erkrankungen?
  •        Wie verteilen Menschen Verluste im Vergleich zu Gewinnen?
  •        Welchen Einfluss haben soziale Normen auf Verteilungsfragen?
  •        Welche Faktoren beeinflussen Konsumentscheidungen für nachhaltige Produkt- und Dienstleistungen?
  •        Welche Faktoren fördern Kooperationen?
  •        Ändert sich die Power und/oder Prognosegüte von korrelationsbasierten Verfahren?
  •        Wie funktonieren die Märkte im DeFi im Detail?

 

Ausgewählte aktuelle Forschungsprojekte

Nachhaltiges Konsumverhalten

Die Verlängerung der Produktlebensdauer durch Reparatur ist ein zentraler Punkt der Kreislaufwirtschaft. Sie reduziert die Zahl neu zu produzierender Geräte, mindert das Aufkommen an Elektroschrott und schont endliche Rohstoffe. Obwohl ein Großteil der Konsumentinnen und Konsumenten angibt, defekte Geräte lieber reparieren als ersetzen zu wollen, bleiben die tatsächlichen Reparaturquoten gering. Eine erste Studie hat gezeigt, dass die Unsicherheit über Kosten, Erfolgswahrscheinlichkeit und Funktionsfähigkeit nach der Reparatur eine wesentliche Rolle dabei spielt, warum sich Konsumenten häufig gegen eine Reparatur und für einen Neukauf entscheiden. Darauf aufbauend verlagert das Projekt den Blick von der Konsumentenperspektive auf das gesamte Ökosystem. Denn Maßnahmen zur Erhöhung der Reparaturquote wie Reparaturprämien, das Recht auf Reparatur oder bessere Verbraucherinformation wirken nicht nur auf Konsumenten, sondern auch auf Hersteller, Reparaturbetriebe und die Gesellschaft.

Weitere Arbeiten aus dem Bereich nachhaltigen Konsumverhaltens befassen sich mit dem Kauf von Ökostrom. Eine transparentere Aufschlüsselung der erneuerbaren Energieträger in der Stromkennzeichnung erhöht die Zahlungsbereitschaft, und die Wirkung von Ampelfarben auf CO2-Labeln hängt stark vom individuellen Entscheidungsstil ab und kann sich bei stärker rational orientierten Personen sogar umkehren.

Ausgewählte Publikationen: 

Bengart, P., & Vogt, B. (2025). The impact of uncertainty in repair service attributes on consumer preferences: Insights from a dual‐response choice experiment. Journal of Industrial Ecology29(4), 1414-1425.

Bengart, P., & Vogt, B. (2023). Effects and interactions of labels’ color scheme and the individual difference variable lay rationalism on pro-environmental choices. Journal of Environmental Psychology87, 101998.

Bengart, P., & Vogt, B. (2021). Fuel mix disclosure in Germany—The effect of more transparent information on consumer preferences for renewable energy. Energy Policy150, 112120.

Praktischer Arbitrage

Das Forschungsprojekt untersucht praktische Arbitragestrategien zwischen dezentralen und zentralisierten Kryptowährungsbörsen. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwiefern Preisunterschiede zwischen DEX- und CEX-Märkten realistisch und profitabel ausgenutzt werden können, wenn operative Handelskosten, Slippage, Liquiditätsbeschränkungen, Transaktionsgebühren, Ausführungsrisiken und Wettbewerb zwischen Arbitrageuren berücksichtigt werden. Im Gegensatz zu bestehenden Studien, die überwiegend auf Backtesting basieren, analysiert das Projekt realisierte Arbitrage-Trades eines selbst entwickelten Hochfrequenz-Handelssystems.

Das Projekt entwickelt ein algorithmisches Handelssystem für Zwei-Punkt- und Dreiecksarbitrage, das auf unterschiedlichen Blockchains implementiert wird und sowohl AMM-basierte DEX-Strukturen als auch CEX-Limit-Orderbücher einbezieht. Ein besonderer Fokus liegt auf der mathematischen Modellierung von Slippage, Kostenfunktionen, Mempool-Daten und Transaktionssequenzen, da diese Faktoren die tatsächliche Profitabilität maßgeblich beeinflussen.

Die empirische Analyse zeigt, dass Arbitrage in fragmentierten Kryptomärkten profitabel sein kann, jedoch keineswegs risikolos ist. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zum Verständnis von Markteffizienz, Liquiditätsfragmentierung und den Grenzen praktischer Arbitrage im Zusammenspiel von DeFi und CeFi.

Ausgewählte Publikationen: 

Schwertfeger, L., & Vogt, B. (2026). Arbitrage trading between decentral and central cryptocurrency exchanges. Journal of Banking & Finance, 188, 107721. 

Die Studie, deren Ergebnisse im Journal of Banking and Finance veröffentlicht wurden, untersucht die Fragmentierung der Liquidität auf Kryptowährungsmärkten zwischen dezentralen Börsen mit Automated-Market-Maker-Struktur (AMM-DEXs) und zentralisierten Limit-Orderbuch-Börsen (CEXs). Dabei wird analysiert, wie praktische Friktionen die Ausführung von Arbitragegeschäften zwischen verschiedenen Handelsplätzen beeinflussen. Während die meisten bisherigen Studien Arbitragemöglichkeiten mithilfe von Backtesting-Ansätzen auf Basis historischer Preisdaten messen, analysiert diese Arbeit tatsächlich ausgeführte Arbitragegeschäfte. Diese wurden von einem Hochfrequenzhandelssystem auf zwei Blockchains durchgeführt, das mit AMM-Protokollen vom Typ Uniswap und Balancer interagiert. Praktische Arbitrage unterscheidet sich von Backtesting, da sie operative Kosten, Liquiditätsbeschränkungen, Markteinfluss und Wettbewerb durch andere Arbitrageure berücksichtigt. Die Arbeit entwickelt ein Framework, um operative Kosten und Ausführungsrisiken bei Arbitrage zwischen verschiedenen Handelsplätzen zu quantifizieren, und untersucht, wie diese Friktionen die tatsächlich erzielte Profitabilität beeinflussen.

Schwertfeger, L., & Vogt, B. Arbitrage trading between decentral and central cryptocurrency exchanges. Available at SSRN 5055292.

Schwertfeger, L., & Vogt, B. (2026). Practical Strategies for DeFi Efficiency: A Technical Framework for Arbitrage, Liquid Staking Redemption, and Yield Farming.

Schwertfeger, L., & Vogt, B. (2025, July). A Guide to Decentralized High-Frequency Trading Infrastructure. In The International Conference on Mathematical Research for Blockchain Economy (pp. 273-284). Cham: Springer Nature Switzerland.

 

MentalBurden – Ökonomische Auswirkungen psychischer Gesundheit

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In Kooperation mit Prof. Dr. Apfelbacher des ISMG werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Während die direkten Behandlungskosten gut dokumentiert sind, ist über die breiteren ökonomischen Folgen für die Betroffenen wenig bekannt. Das Projekt untersucht, wie sich Depression und Angststörungen auf Arbeitsproduktivität, Einkommen, Konsumverhalten, Sparentscheidungen und Vermögensaufbau auswirken. Die Forschung konzentriert sich auf Sachsen-Anhalt, eine Region mit überdurchschnittlicher Krankheitslast und gleichzeitiger therapeutischer Unterversorgung. Mittels einer umfangreichen Befragung über den DigiHero-Pool werden Gesundheits- und Wirtschaftsdaten kombiniert, um die tatsächlichen Kosten psychischer Erkrankungen aus Sicht der Betroffenen zu quantifizieren.

Weitere Informationen unter https://forschung-sachsen-anhalt.de/project/mentalburden-individuelle-last-gesellschaftliche-28591

 

Eine vollständige Liste der Forschungsprojekte können Sie hier finden.

Letzte Änderung: 19.05.2026 -
Ansprechpartner: Webmaster